Ein Raum voller Klang

Jubiläumskonzert des Singkreises der Auferstehungsgemeinde

Von Kristel Neitsov-Mauer (Juni 2026)

Das Jubiläumskonzert des Singkreises am 19. April begann mit einem Kanon – „Singen macht Spaß, Singen tut gut!“ Der Titel wurde zum Programm, denn das Konzert war plötzlich getragen von einem freudigen und beflügelten Geist des lobenden Singens.

Der heutige Singkreis hat sich vor 40 Jahren gegründet. Gründungsmitglied Renate Müller schilderte die Entstehung des Kreises: Es war die Idee, aus einem Kreis, der singend den Gemeindebrief adressierte, eine „ordentlich singende“ Gruppe zu machen. Das ist gelungen, denn durch die Jahrzehnte hat man nicht nur zusammen gesungen, sondern auch höhere Ziele erreicht – vierstimmiges Singen mit und ohne Verstärkung anderer Chöre; es wurde sowohl Bach als auch Rutter gesungen. Dabei ist die Geselligkeit nie zu kurz gekommen, das Feiern sowie auch Auftritte bei den Geburtstagen waren immer auf der Tagesordnung.

Im Konzert an diesem Sonntag wurden viele „Lieblingslieder“ der Gruppe gesungen, vor allem die Lieder, die den Lebenskreis so schön zusammenfassen, wie der Psalm 139 (Du bist da) oder ein Lied von Markus Pytlik, das zu jedem Anlass passt – „Alles hat seine Zeit“.

Inzwischen konnten die Mitglieder des Singkreises auch mal zuhören, weil das Ensemble der Schwesterkirche St. Vitus – der Chor für neue geistliche Lieder unter der Leitung von Winfried Kuchenbrod – den Jubilar-Chor mit drei Liedern begrüßte: „Gib mir die richtigen Worte“, „Singen will ich dir, Gott“ und „Gut, dass wir einander haben“ klangen beschwingt, begleitet von Gitarre, Klavier und Flöte.

Der Vorsitzende der Kirchengemeinde, Thomas Milkowitsch, erinnerte daran, welche Tragweite und Bedeutung die Musik in der Gemeinde hat. Zudem sind die Chorsänger als größte ehrenamtliche Gruppe der Gemeinde enorm wichtig: Ostern, Weihnachten oder Erntedank – der Chor ist da und gestaltet die Gottesdienste mit dem gesungenen Lob. Auch die Gemeinde feste sind ohne den Chor nicht denkbar.

Von der Empore klangen dann vom Singkreis – unterstützt durch das Eppsteiner Ensemble Vox Vallis zwei Lieder mit Orgelbegleitung: Der Psalm 104 von Dieter Golombek, und eines der schönsten Kirchenlied-Kompositionen: „Jesus bleibet meine Freude“ von Johann Sebastian Bach. Danach hatte der Evangelische Kirchenchor aus Flörsheim (Dirigentin: Annegret Sternagel) das Wort. Ein Wunsch von Clemens Bittlinger: „Sei behütet“, ein rockiger Kanon: „Rock My Soul“ und zum Schluss ein märchenhaftes Lied von Großmeister John Rutter: „A Clare Benediction“ rundeten den Beitrag ab.

Am 18. Februar 1986 hatten sich 24 Sängerinnen und Sänger zum ersten Singabend im Vorraum der Kirche getroffen. Die erste Dirigentin war Ursula Neubauer aus Hofheim, die letzten elf Jahre hat Kristel Neitsov-Mauer den Chor geleitet. Von den Gründungsmitgliedern sind heute noch vier dabei: Renate und Hans Müller sowie Irene und Berthold Haas, die von Pfarrerin Melanie Khalil eine Urkunde erhielten. Die Pfarrerin erwähnte noch freudig die Segenswünsche des Singkreises bei ihrer Ordination vor zwei Monaten und wünschte dem Jubilar weitere erfolgreiche Jahre.

Der Chor sang verschiedene Segenslieder und zum Schluss zusammen mit Gastchören das überaus flotte und gleichzeitig tiefgehende Loblied, basierend auf Psalm 104: „Lobe den Herrn, meine Seele“. Die Synergie, die daraus entstand, machte die Kirche zu einem vollen Klangraum mit einer unbeschreiblichen Stimmung.

Fotos: Michael Antenbrink und Stephan Frisch

 

Alle Gäste, sowohl die Singenden als auch die Hörenden, waren im Anschluss an das Konzert zu einem gemeinsamen Beisammensein im Gemeindehaus ein-geladen. Die Stimmung trug bis in die späteren Stunden.

In dem Lied, das zu den weltbekanntesten Kirchenliedern überhaupt zählt - „Amazing Grace“ - steht: „When we have been there ten thousend years, we have no less days to sing God‘s praise“ (dt.: „Und wenn wir auch zehntausend Jahre dort [im ewigen Licht] verbracht haben, haben wir nicht weniger Tage [als anfangs], Gott zu loben“).

So ist es.

Aus dem Auferstehungs-Mosaik, Ausgabe 2/2026

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